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Grundwassernutzung

1. Grundwasser und Erdwärme als Wärmequelle

Neben Öl, Holz, etc. können auch Grundwasser und Erdwärme als Quelle zur Wärmeversorgung Ihres Wohnhauses dienen. Dabei gibt es verschiedene Varianten der Wärmegewinnung, die unterschiedliche behördliche Verfahren mit sich bringen.

Für alle beschriebenen Arten der Wärmegewinnung ist zu beachten, dass als Wärmetransportmedium nichtwassergefährdende Stoffe oder nur bestimmte schwach wassergefährdende Stoffe der Wassergefährdungsklasse 1 verwendet werden dürfen.

Wärmepumpe Wasser/Wasser

Bei der Nutzung einer Wärmepumpe Wasser/Wasser wird dem über einen Förderbrunnen zu Tage geförderten Grundwasser Wärme entzogen. Das abgekühlte Grundwasser wird anschließend wieder über einen Schluckbrunnen dem Grundwasserleiter zugeführt. Aus Gründen des Trinkwasserschutzes ist die Erschließung nur von oberflächennahem Grundwasser (1. Grundwasserstock) möglich; einer Nutzung des Grundwassers innerhalb eines Wasserschutzgebietes kann generell nicht zugestimmt werden.

Notwendige Verfahren:

  1. Bohrung der Brunnen
    Die Bohrung des Förderbrunnens und des Schluckbrunnens ist gemäß Art. 34 Abs. 1 BayWG der KVB vorher anzuzeigen.
    Ist seit der Anzeige ein Monat vergangen, ohne dass die Bohrungen abgelehnt wurden, können diese durchgeführt werden. In der Regel bekommt der Unternehmer innerhalb 14 Tagen eine schriftliche Bestätigung von der KVB, ob die geplanten Bohrungen durchgeführt werden können oder nicht.

  2. Betrieb der Wärmepumpe
    Das zu Tage fördern und Wiedereinleiten des für den Betrieb der Wärmepumpe genutzten Grundwassers stellt nach § 3 Abs. 1 Nr. 5 WHG eine Benutzung des Grundwassers dar, für die nach §§ 2, 7 WHG eine behördliche Erlaubnis erforderlich ist.

    • Wärmenutzung bis 50 kJ/s (bis zu etwa 3 Wohneinheiten)
      Bei einer Wärmenutzung bis zu 50 kJ/s kommt gemäß Art. 17 a Abs. 1 Nr. 1 BayWG die Erteilung einer beschränkten Erlaubnis im vereinfachten Verfahren in Betracht.

      Der Antrag (3-fach einzureichen) auf Erteilung einer solchen wasserrechtlichen Erlaubnis muss aus folgende Unterlagen bestehen:

      • Formloser Antrag des Unternehmers
      • Lageplan M = 1 : 1.000 mit Grundstücksgrenzen und Flurnummern sowie eine Eintragung der Brunnenstandorte
      • Kurzbeschreibung der verwendeten Anlagen und Einrichtungen mit Angaben der damit maximal entnehmbaren bzw. einleitbaren Mengen und ggf. bei Erdaufschlüssen der Eindringtiefe(Brunnenausbaupläne, Schichtenverzeichnisse, etc.)
      • Gutachten eines anerkannten privaten Sachverständigen in der Wasserwirtschaft 

Die beschränkte Erlaubnis gilt als erteilt, wenn die KVB diese nicht innerhalb eines Monates nach Einreichung der vollständigen Unterlagen untersagt.

  • Wärmenutzung über 50 kJ/s
    Bei einer Wärmenutzung über 50 kJ/s ist gemäß Art. 17 Abs. 1 BayWG die Erteilung einer beschränkten Erlaubnis erforderlich.

    Dieser Antrag (4-fach einzureichen) muss aus folgende Unterlagen bestehen:
    • Verzeichnis der Unterlagen
      Formloser Antrag des Unternehmers mit Erläuterungen und Angaben über Entnahme- und Einleitungsmengen
    • Lageplan M = 1 : 1.000 mit Grundstücksgrenzen und Flurnummern sowie eine Eintragung der Brunnenstandorte
    • Brunnenausbaupläne mit Schichtenverzeichnisse
      Grundstücksverzeichnis
    • Nachweis der Brunnenergiebigkeit (Pump- und Schluckversuch)

Im Verfahren bei der Erteilung einer beschränkten Erlaubnis führt die Begutachtung ein anerkannter privater Sachverständiger in der Wasserwirtschaft durch. Im vereinfachten Verfahren macht dies die Fachkundige Stelle für Wasserwirtschaft bei den KVB´n.

Als Arbeits- und Entscheidungshilfe hat das Bayerische Staatsministerium des Innern ein Merkblatt für die Benutzung von Grundwasser als Wärmequelle für Hauswärmepumpen herausgegeben. Es liegt bei den KVB auf.

Erdwärmeanlagen

Bei Erdwärmeanlagen wird mit Hilfe eines Erdkollektoren- bzw. Erdsondensystems über ein Trägermedium Wärme aus dem Erdreich abgeführt. Die Erdkollektoren werden in einer Tiefe von ca. 1,2 m Tiefe horizontal im Erdreich verlegt, die Erdsonden werden dagegen bis zu einer Tiefe von 50 - 100 m vertikal in den Boden eingebracht. Bei beiden Systemen handelt es sich um einen geschlossenen Kreislauf, so dass eine unmittelbare Nutzung des Grundwassers nicht erfolgt.

Notwendige Verfahren:

  1. Erdsondensystem
    Die Errichtung eines Erdsondensystems bedarf gemäß Art. 34 Abs. 1 BayWG der vorherigen Anzeige bei der KVB. Ob gegebenenfalls noch zusätzlich die Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis erforderlich ist, ist im Einzelfall zu prüfen (in der Regel jedoch nicht erforderlich).

  2. Erdkollektorensystem
    Die Verlegung von Erdkollektorensystemen lösen in der Regel keine wasserrechtlichen Anzeige- oder Genehmigungspflichten aus (Ausnahme: Lage innerhalb eines Wasserschutzgebietes - Einzelfallprüfung). Um die Bestätigung der KVB zu bekommen, die notwendig ist, um Fördermittel zu erhalten, ist jedoch die Anzeige des Vorhabens mit Kurzbeschreibung und Lageplan angelehnt an die Anzeige des Art. 34 BayWG notwendig.
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2. Errichtung eines Brunnens zur häuslichen Gartenbewässerung

Die Nutzung des Grundwassers zum Bewässern seiner häuslichen gärtnerischen Flächen (nicht gewerblich genutzt) ist nach den Wasserhaushaltsgesetz und nach dem Bayerischen Wassergesetz grundsätzlich erlaubnisfrei.

Die Errichtung des Brunnens ist jedoch gemäß Art. 34 Abs. 1 BayWG der KVB vorher anzuzeigen. Soweit der Brunnen nicht im Geltungsbereich eines Wasserschutzgebietes gebohrt werden soll, bestehen in der Regel keine wasserwirtschaftlichen Bedenken. Allerdings darf der Brunnen nur bis maximal in das erste Grundwasserstockwerk gebohrt werden.

Ansprechpartner

Name Telefon Telefax Zimmer E-Mail
Agnes Roppelt (Mo - Mi)
09193 20 573 09193 20 547 202 agnes.roppelt@erlangen-hoechstadt.de