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Kommunale Energiekonzepte

Erfolgt nun die Umsetzung eines Nahwärmenetzes in Bubenreuth-Nord?
Abschlusspräsentation zu Machbarkeitsstudie.

Bubenreuth. Nachdem es durch Corona Verzögerungen gab, konnte nun die Machbarkeitsstudie zum Nahwärmenetz im Gebiet um den Bauhof vom Institut für Energietechnik (IfE) aus Amberg dem Gemeinderat vorgestellt werden. Der erste Teil des Konzeptes behandelte die energetische Modernisierung des Bauhofs selbst, der zweite Teil den Nahwärmeverbund von Bauhof und weiteren kommunalen Liegenschaften sowie Gewerbe und private Wohngebäude. Der Teil-Energienutzungsplan wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie mit 70 Prozent gefördert, die restlichen 30 Prozent hat der Landkreis Erlangen-Höchstadt übernommen.

Hohe CO2-Einsparung möglich

Sven Schuller vom IfE zeigte zunächst auf, dass sich durch die energetische Sanierung der Gebäudehülle des Bauhofs rund 30 Prozent des jetzigen Energiebedarfs und damit auch der CO2-Emissionen einsparen lassen. Durch einen Energieträger­wechsel mittels neuem dezentralen Heizsystem weg vom Heizöl können die verbleibenden Emissionen mit einem Gas-Brennwertkessel nochmals um 25 Prozent gesenkt werden, der Pelletkessel spart dagegen sogar 88 Prozent ein. Durch Fördermittel von der KfW-Bank und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, der BAFA, rentiert sich die Modernisierung auch wirtschaftlich. Eine PV-Anlage zur Eigenstromnutzung wurde ebenfalls empfohlen.

Gute Ausgangssituation für eine Nahwärmeversorgung

Im weiteren Verlauf ging es um die Errichtung eines 1,6 km langen Nahwärmenetzes im westlichen Gebiet von Bubenreuth-Nord mit einer Heizzentrale am Gelände des Bauhofs. Von den 70 kommunalen, gewerblichen und privaten Anliegern zeigten im Rahmen einer durchgeführten Befragung Dreiviertel großes Interesse an einem Anschluss. Die Wärmeerzeugung könnten verschiedene Kombinationen aus Hackgut- und Pelletkessel in Zusammenspiel mit Erdgaskessel und/oder Erdgas-Blockheizkraftwerk.

Die „innovativste“ und ökologischste Variante stellt die Einbindung einer Kraft-Wärme-gekoppelten Holzgas-Anlage aufgrund der regenerativen Stromerzeugung dar.

Letztlich sind aber alle Verbund-Varianten deutlich klimafreundlicher als der derzeitige dezentrale Versorgungsmix. Nur Pelletanlagen oder mit Ökostrom betriebene Wärmepumpen böten noch kleine Vorteile. Preislich setzt sich die Nahwärme bei fast allen Gebäudegrößen bzw. Wärmebedarfsklassen gegenüber einer dezentralen Versorgung durch. Einen weiteren Pluspunkt bietet die schlanke Hausübergabestation im Keller.

Natürlich muss aber das Nahwärmenetz verlegt und angeschlossen werden, sodass es zu zeitweisen Behinderungen im Straßen- und Grundstücksbereich kommt.

Nächste Schritte

Für den bereits untersuchten Teilbereich möchte die Gemeinde nun in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Energiewende und dem Landkreis-Klimaschutzmanagement Projektierer kontaktieren, um durch konkrete Planungen die vorgelegten Zahlen zu präzisieren. Des Weiteren müssen Betreiber- und gegebenenfalls Beteiligungsmodelle erarbeitet werden.

Parallel soll die Untersuchung des restlichen Gebiets nördlichen Bubenreuth im Rahmen einer weiteren Machbarkeitsstudie untersucht und wenn sinnvoll auch angebunden werden.

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