30 Jahre Landkreis-Partnerschaft

22. April 2026: Delegation aus dem Saale-Holzland-Kreis zu Gast im Landkreis Erlangen-Höchstadt

Erlangen-Höchstadt. Die Landkreise Erlangen-Höchstadt und der Saale-Holzland-Kreis (Thüringen) feiern in diesem Jahr das 30-jährige Bestehen ihrer partnerschaftlichen Verbindung. Aus diesem Anlass besuchte eine 20-köpfige Delegation unter der Leitung von Landrat Johann Waschnewski den Landkreis Erlangen-Höchstadt. Im Rahmen einer Feierstunde besiegelten Landrat Alexander Tritthart und sein Amtskollege die langjährige Zusammenarbeit mit der Unterzeichnung einer Partnerschaftsbekräftigung. Anschließend trug sich Waschnewski in das Goldene Buch des Landkreises Erlangen-Höchstadt ein. Zu den Gästen der Feierstunde zählten neben Kreisrätinnen und Kreisräten auch langjährige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter der Partnerschaft und Mitarbeitende des Landratsamtes. Beide amtierende Landräte haben die Partnerschaft bereits vor ihrer Amtszeit persönlich miterlebt und begleitet.

Ein Gemeinschaftswerk über Generationen hinweg
Landrat Alexander Tritthart betonte, dass die Partnerschaft von Beginn an ein Gemeinschaftswerk vieler Beteiligter sei, über Generationen hinweg – aus Politik und Verwaltung ebenso wie aus Ehrenamt, Schulen und Initiativen: „Diese Partnerschaft steht für gelebte Zusammenarbeit, für Begegnungen zwischen Menschen und für den Blick über Grenzen hinaus. Keiner wusste damals wohin sich Deutschland nach der Wende entwickeln würde. Heute stehen wir beide vor ähnlichen Herausforderungen, unsere Landkreise zukunftsfähig aufzustellen“, sagte Landrat Alexander Tritthart. Entscheidend seien die persönlichen Begegnungen, die die Verbindung mit Leben füllen. Die Zusammenarbeit sei geprägt von vielfältigen Kontakten und gemeinsamen Projekten und bilde eine wichtige Grundlage für die zukünftige Entwicklung. Er erinnere sich gut an seinen ersten Besuch und den herzlichen Empfang anlässlich des Pfälzer Weinfestes im Partnerlandkreis 2002, damals noch als Mitarbeiter des Landratsamtes.

Gewachsene Verbundenheit und persönliche Begegnungen
Auch Landrat Johann Waschnewski hob die enge Verbindung beider Regionen hervor. Diese sei über Jahrzehnte durch vielfältige Kontakte auf kommunaler, kultureller, sportlicher und wirtschaftlicher Ebene gewachsen. Eine besondere persönliche Verbindung zum Landkreis Erlangen-Höchstadt habe er bereits seit seiner Schulzeit: Als Schüler des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Eisenberg nahm er 2001 an einem Austausch am Gymnasium Höchstadt teil. Das Projekt wurde im Rahmen eines Wettbewerbs der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung ausgezeichnet und später vom Bundespräsidenten gewürdigt. „So führen wir die gewachsenen Beziehungen zwischen Franken und Thüringen in eine gemeinsame erfolgreiche Zukunft“, so Waschnewski.

Ein gemeinsamer Besuch des Erweiterungsbaus am Gymnasium Höchstadt mit Einblicken in moderne neue Physikräume ergänzte das Programm. Dabei standen auch Themen wie zeitgemäße Schulentwicklung und Bildungsinfrastruktur im Fokus.

Kulturelle und zukünftige Zusammenarbeit
Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Schülerinnen und Schülern der Kreismusikschule des Saale-Holzland-Kreises unter der Leitung von Musikschulleiterin Svenja Kuhn am E-Piano, begleitet von Romy Mäder und Arthur Meenzen am Akkordeon sowie Vanessa Salovska im Gesang. Ein weiterer musikalischer Höhepunkt ist bereits geplant: Im Oktober wird ein Chor aus dem Saale-Holzland-Kreis beim Landkreissingen in Gremsdorf auftreten und damit die kulturelle Verbundenheit der Regionen weiter stärken. Für das Jubiläumsjahr sind weitere gemeinsame Aktivitäten geplant, darunter eine Radtour des Freundeskreises Tarnowskie Góry durch den Saale-Holzland-Kreis sowie eine gemeinsame Social-Media-Reihe über die Landkreise und ihre Partnerschaft.

Von der Aufbauhilfe zur Partnerschaft auf Augenhöhe
Die Partnerschaft wurde 1996 durch die damaligen Landräte Franz Krug (ERH) und Jürgen Mascher (SHK) begründet. In den Folgejahren prägten insbesondere die früheren Landräte Andreas Heller (SHK) und Eberhard Irlinger (ERH) die Zusammenarbeit entscheidend weiter. Ursprünglich stand nach der Wiedervereinigung die Unterstützung beim Aufbau kommunaler Strukturen im Mittelpunkt. Heute hat sich daraus ein stabiler Austausch auf Augenhöhe entwickelt. Im Fokus stehen insbesondere Digitalisierung, Verwaltung, Bildung und Gesundheitsversorgung.