NACHRUF
Der Landkreis Erlangen-Höchstadt trauert um seinen Altlandrat Eberhard Irlinger, der im Alter von 80 Jahren verstorben ist.
Eberhard Irlinger hat über Jahrzehnte hinweg seine ganze Schaffenskraft in den Dienst der Menschen und der kommunalen Selbstverwaltung seiner Heimat gestellt. Mit großem Engagement und tiefer Verbundenheit zum Landkreis hat er sich bleibende Verdienste um die Entwicklung des Landkreises Erlangen-Höchstadt erworben.
Sein politischer Weg führte ihn zunächst von 1990 bis 2002 als Abgeordneter in den Bayerischen Landtag, wo er sich insbesondere in der Bildungs- und Sozialpolitik für die Belange der Bürgerinnen und Bürger einsetzte. Bereits seit 1978 gehörte er dem Kreistag an und war dort über viele Jahre hinweg in verschiedenen Ausschüssen aktiv.
Mit seiner Wahl zum Landrat am 1. Mai 2002 trat er die Nachfolge von Altlandrat Franz Krug an. In zwei Amtsperioden prägte er zwölf Jahre lang die Entwicklung des Landkreises maßgeblich. Mit viel Herzblut, Weitblick und Tatkraft setzte er sich für die Zukunftsfähigkeit der Region ein. Ein wichtiger Meilenstein war dabei der Beitritt des Landkreises zur Metropolregion Nürnberg im Jahr 2005, der auf sein Engagement zurückgeht.
Ein besonderes Anliegen war ihm der Ausbau der Bildungslandschaft. Unter seiner Verantwortung wurden Schulen erweitert, modernisiert und neu geschaffen. So wurde unter anderem die Berufsschule in Höchstadt a. d. Aisch um den Bereich Sozialpflege ergänzt, die Fachschule für Maschinenbautechnik in Herzogenaurach errichtet sowie mehrere weiterführende Schulen umfassend saniert. Auch die Förderzentren im Landkreis wurden gezielt ausgebaut.
Darüber hinaus setzte er wichtige Impulse für eine moderne und bürgernahe Verwaltung. Der Neubau des Landratsamtes, die Einführung eines systematischen Energiemanagements sowie der Aufbau eines Klimaschutzmanagements tragen bis heute seine Handschrift. Mit Initiativen wie dem „Forum Ausbildung“ stärkte er die Perspektiven junger Menschen in der Region.
Auch gesellschaftspolitisch setzte Eberhard Irlinger prägende Akzente. Familienfreundliche Strukturen, die Förderung des Ehrenamts und der Einsatz für ein solidarisches Miteinander waren ihm ein besonderes Anliegen. Projekte wie das Bündnis für Familie, das Netzwerk frühe Kindheit sowie zahlreiche Initiativen im Bereich Integration, Kultur und gesellschaftlicher Zusammenhalt gehen auf sein Wirken zurück. Er war Mitbegründer des Vereins „Menschen helfen in Erlangen-Höchstadt e. V.“ und Initiator der Veranstaltungsreihe „Was uns zusammenhält“.
Für seine herausragenden Verdienste wurde Eberhard Irlinger vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bayerischen Verdienstorden (2001) sowie dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2016). Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt im Jahr 2014 wurde ihm die Ehrenbezeichnung „Altlandrat“ verliehen. Im Jahr 2022 erhielt er das Ehrenzeichen in Gold des Landkreises Erlangen-Höchstadt – eine Auszeichnung, deren Einführung ihm selbst ein besonderes Anliegen gewesen war.
Mit Eberhard Irlinger verliert der Landkreis Erlangen-Höchstadt einen prägenden Gestalter, einen engagierten Kommunalpolitiker und einen Menschen, der sich mit großer Leidenschaft für das Gemeinwohl eingesetzt hat. Sein Wirken wird weit über seine Amtszeit hinaus nachhallen.
Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.
Zum Zeichen der Trauer wurde an den Dienstgebäuden des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt Trauerbeflaggung angeordnet.
Erlangen, 29.04.2026
Alexander Tritthart
Landrat