Unser Umwelttipp

Umwelttipp November: Fast Fashion

Die Textilindustrie hat sich in den letzten 20 Jahren unglaublich stark entwickelt. Es wird immer mehr produziert, gekauft und dadurch auch weggeschmissen. Aus ursprünglich 4 Kollektionen pro Jahr wurden 24 und es werden immer mehr, denn die Industrie legt noch eine Schippe drauf: Ultra fast Fashion
Während ein bestimmtes spanisches Modeunternehmen ungefähr 200 Produkte am Tag herausbringt, veröffentlicht der größte chinesische (Ultra-) Fast-Fashion Konzern der Welt, etwa 7000-8000 neue Produkte am Tag. Dabei sind die Preise so günstig, dass v.a. jüngere Generationen zu viel kaufen und 60% davon nach maximal einem Jahr im Müll landen.

Will man das vermeiden, kommen die getragenen Klamotten meist in die Altkleidertonne, die fälschlicherweise im Sprachgebrauch „Altkleiderspende“ genannt wird. Aber gehen diese Spenden wirklich an Bedürftige?
Leider nur in seltenen Fällen. In der Realität sind 50% der Altkleider gut genug für den Gebrauchtmarkt, dabei werden aber lediglich 2-4% in europäischen Secondhand Läden verkauft. Der Rest wird an kommerzielle Altkleidersammler verkauft und damit, je nach Qualität, nach Osteuropa oder Afrika exportiert. Um Gewinn zu machen, kommen die Textilien dann nur an zahlungsfähige Länder – arme, bedürftige Länder gehen dabei leider leer aus. Die anderen 50% der Altkleider werden entweder verbrannt, oder zu Putzlappen weiterverarbeitet.

Was kann ich tun?

Als Einzelpersonen können wir natürlich nichts gegen eine ganze Industrie anrichten, aber wir sind nicht hilflos. Um dem entgegen zu wirken, muss man auch nicht unbedingt komplett auf Fast Fashion verzichten - Solange man nur so viel kauft, wie man auch braucht und trägt ist das auch okay. Das Aufklären unserer Mitmenschen hilft ebenso.

Die nachhaltigsten Möglichkeiten sind allerdings secondhand Läden bzw. -online Stores und nachhaltige Marken.
Hier ein paar Vorschläge:

  • Avocadostore: ein Shopping-Portal das nachhaltige, faire und qualitative Mode von verschiedenen Anbietern verkauft. Die Preise sind allerdings deshalb höher als gewohnt.
  • Secondhand Läden: unter Best Second Hand Stores Near Me (near-me.store) findet man ganz einfach die besten Läden in der Umgebung – es gibt auch einige in Erlangen.
  • Vinted: eine Shopping-App, ähnlich wie Ebay-Kleinanzeigen, auf der Privatpersonen ihre getragenen Klamotten und Accessoires selbstständig und meist günstig verkaufen können.
  • Sellpy: ein Onlineshop für secondhand-Mode, der sowohl Kleidung, als auch Möbel, Deko und Accessoires angeboten werden. Privatpersonen können einfach eine Tasche mit alten Sachen in gutem Zustand an Sellpy schicken, wovon sie dann alles mit einem Wert von über 5€ verkaufen. Man erhält dann mind. 40% des Verkaufspreises, abzüglich 1€ Anzeigegebühr. Genauere Informationen finden Sie unter: Sellpy – To better use | Entdecke Second Hand online
  • Unown: Shopping mal anders – hier leiht man erstmal für einen günstigen Preis Kleidungstücke und kann sich nach maximal einem Monat entscheiden, ob man eins oder mehrere kaufen, oder es kostenlos zurückschicken und etwas Neues leihen möchte. Die Produkte werden professionell gereinigt (und wenn nötig repariert) und weiterverkauft. Die Stücke werden über diese Seite etwa 10mal länger getragen als fast Fashion-Kleidung, sind qualitativ hochwertig und nachhaltig produziert
  • Altkleider: Der Dachverband FairWertung e.V. verteilt eigene Altkleidertonnen in ganz Deutschland und achtet auf einen verantwortungsvollen Umgang damit. Unter Altkleiderspenden.de - legale und gemeinnützige Kleidersammlung findet man ganz einfach Sammlungen in der Umgebung.
  • Sozialkaufhäuser: Hier werden gebrauchte Waren, wie Kleidung, Möbel, Elektrogeräte oder Bücher zu niedrigen Preisen oder kostenlos weiterverkauft. Sie sind speziell für Bürger mit geringem Einkommen da und bieten auch Arbeitsplätze für Menschen, die in der freien Wirtschaft keine Chance auf eine Arbeit haben.
  • Kreislaufkaufhäuser: dient sowohl als Verkauf von gut erhaltener Second-hand Ware als auch als sozialer Treffpunkt. Die Waren werden aufbereitet und günstig verkauft, nebenbei werden noch kleine Cafes angeboten. Im Landkreis Erlangen-Höchstadt gibt es sie hier: KreisLauf-Kaufhäuser ERH - Soziale Betriebe der Laufer Mühle gGmbH (sozialebetriebe-laufermuehle.de)
  • Capsulewardrobe: Ein Prinzip bei dem man seine Garderobe auf wenige, essenzielle Kleidungsstücke reduziert die sich miteinander kombinieren lassen und man sich somit viele unterschiedliche Outfits zusammenstellen kann. Dadurch spart man Platz, Geld und tut auch der Umwelt etwas Gutes.

Quellen:

Umwelttipp Oktober: Halloween

Halloween (pexels.com)
Halloween: Foto: Daisy Anderson/ pexels.com

Egal, wo man hinschaut, sieht man Kürbisse, Fledermäuse und gruselige Puppen. Das kann wohl nur eines bedeuten: Halloween ist im Anmarsch. Aber wie nachhaltig ist dieser Brauch eigentlich?

Das Problem:

Der Müllverbrauch an Halloween ist enorm und damit alles andere als nachhaltig. Laut einer Studie der britischen Wohltätigkeits- Organisation „Fairyland Trust“, wurden in Großbritannien 2019 zwei bis drei Tonnen Plastik verbraucht, was einer Menge von 83 Millionen Plastik Flaschen entspricht. Und das ausschließlich von weggeworfenen Halloweenkostümen. Denn die Studie betrachtete nur einen Aspekt von vielen:

Weiterer Müll entsteht durch weggeworfene Dekorationen, Partybecher und die Verpackungen von Snacks und Süßigkeiten. Nicht zu vergessen die Giftstoffe, die beim Abwaschen von Schminke und Kunstblut ins Abwasser gelangen.

Die Tipps:

  • Kostüme:

Wer nicht auf sein Halloweenkostüm verzichten möchte, kann sich diese aus seinen eigenen Klamotten zusammenstellen, in secondhand Läden kaufen, oder in bestimmten Shops, oder von Freunden ausleihen.

  • Makeup:

Makeup, ebenso wie Kunstblut, ist für den perfekten Grusellook unverzichtbar und können mit Haushaltsmitteln und etwas Zeitaufwand leicht hergestellt werden. Rezepte dafür findet man beispielsweise unter folgenden Links:
DIY: Kunstblut selber machen - in 10 Minuten hergestellt - Talu.de
DIY: Halloween Schminke mit Hausmitteln und alltäglichen Dingen (deavita.com)

  • Süßigkeiten zum Verteilen

Die meisten Süßigkeiten, die verteilt werden sind einzeln verpackt und verbrauchen viel Plastik. Als Alternative kann man die Snacks auch aus dem Unverpackt Laden kaufen und in kleinen Papiertüten verteilen oder Mandarinen und selbstgemachte Kekse bemalen und verschenken.

  • Dekoration:

Die häufigste Deko an Halloween sind die Kürbisse. Wenn man essbare benutzt, kann man das Fruchtfleisch aufheben und später zu Suppe verarbeiten. Die Kerne kann man dazu rösten und als Snacks aufheben. Außerdem kann man Spinnennetze aus Wolle selbst herstellen und Fledermäuse oder Spinnen aus Pappe ausschneiden, um die Wohnung gruseliger zu gestalten.

  • Halloweenparty:

Getränke sollten ohne Strohhalme getrunken und auf Einweggeschirr verzichtet werden; die Flaschen können später im Altglascontainer entsorgt werden. Als Snacks eignet sich Popcorn sehr gut, da es auch ohne Plastikverpackungen erhältlich ist, selbst gemacht wird und in wiederverwendbaren Haushaltsschüsseln serviert werden kann.

Natürlich ist es heutzutage quasi unmöglich ganz auf Plastik verzichten, vor allem an Tagen wie Halloween, aber man kann es zumindest versuchen. Diese Tipps sollten auf jeden Fall dabei helfen, den Abend möglichst nachhaltig zu gestalten und selbst wenn nur einer davon umgesetzt wird, ist es dennoch ein Schritt in die richtige Richtung.

 

Quellen:

Halloween ohne Müll? Ich zeige dir 5 müllfreie Alternativen - Distelgrün (distelgruen.at)
Süßes oder Saures? So wird Halloween nicht zum Konsum-Horror | VZS (consumer.bz.it)
Halloween: Was steckt hinter dem Brauch? | NDR.de - Ratgeber - Verbraucher
Plastik: Halloween ist Müll · Dlf Nova (deutschlandfunknova.de)
The Scariest Thing About Halloween Is the Plastic (2019) - The Fairyland Trust
Halloween-Plastics-Clothing-and-Costumes-Report-2019.pdf (fairylandtrust.org)
DIY: Kunstblut selber machen - in 10 Minuten hergestellt - Talu.de
DIY: Halloween Schminke mit Hausmitteln und alltäglichen Dingen (deavita.com)